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Ehrenamt im Wandel
Landessynode beschließt Entwicklung eines Gesamtkonzeptes
Wolfenbüttel (epd). Das Kirchenparlament der braunschweigischen Landeskirche hat am 8. Mai über die künftige Rolle des Ehrenamts diskutiert. Menschen wollten sich heute anders als früher einbringen, dies müsse berücksichtigt werden, sagte Theologin Dr. Stephanie Martin. Die Menschen wollten sich projektbezogen, zeitlich flexibel und mit klar umrissenen Aufgaben einbringen. „Sie wollen sich passend zu den Interessen ihrer Lebensphase engagieren.“
Die kirchlichen Strukturen seien noch nicht darauf eingestellt, kritisierte die Theologin. Oft seien die Ehrenämter noch mit einer langfristigen Verbindlichkeit, festen Zuständigkeiten und hierarchischen Entscheidungen verbunden. Dabei sei die gesellschaftliche Bereitschaft groß.
Die Ehrenamtlichen werden oft als unverzichtbar beschrieben, ihre Arbeit sei aber nicht ausreichend strukturell verankert, unterstrich Martin. „Die Kirche muss sich aktiv um ihre Zeit und Kraft bewerben und muss als attraktiver Ort für Engagement erkennbar sein.“ Im Gebiet der braunschweigischen Landeskirche gibt es derzeit rund 15.000 ehrenamtlich engagierte Menschen, unter anderem in der Kirchenmusik, in Leitungsgremien im Besuchsdienst, in Kindertagesstätten oder der evangelischen Jugend.
Auch die Helmstedter Pröpstin Katja Witte-Knoblauch unterstrich, dass etwa Coaching-Angebote für Ehrenamtliche dringend benötigt würden. „Das ist eine relevante Frage, die wir im Blick behalten müssen, sonst haben wir ein echtes Problem in zehn Jahren.“ Uta Hirschler unterstrich für die Diakonie im Braunschweiger Land, dass eine Kultur entwickelt werden müsse, um im Zweifelsfall auch den Einstieg für einen Tag zu ermöglichen. Die Synode beschloss, dass das Management des Ehrenamts eine strategische Grundaufgabe der Landeskirche sei und im Rahmen des Strukturprozesses ein Gesamtkonzept erarbeitet werden soll.